Die Lebenshilfe Nürnberg hat sich seit einigen Jahren auf jenen Weg zu einer "Schule für Alle" gemacht, der bereits 1973 unter Leitung von Prof. Jakob MUTH in den "Empfehlungen des Deutschen Bildungsrats zur pädagogischen Förderung behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder und Jugendlicher" angestoßen wurde. Die Jakob-Muth-Schule (JMS), ein privates Förderzentrum Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, hat sich zum Ziel gesetzt, ausgehend von den gesetzlichen Vorgaben des BayEUG (2011) ein differenziertes Angebot gemeinsamen Lernens von Kindern und Jugendlichen ohne und mit (geistiger) Behinderung entsprechend der individuellen Bedürfnisse der Schüler und ihrer Familien zu entwickeln.

Die Mitarbeiterin der Mobilen Sonderpädagogischen Hilfe (MSH) der Jakob-Muth-Schule bietet Eltern, Mitarbeitern von Kindertagesstätten und Kindern die Möglichkeit, diese in enger Kooperation mit der pädagogischen
Frühförderung und verschiedenen Beratungsstellen individuell/präventiv bei Entwicklungsrisiken zu unterstützen. Das Angebot ist kostenfrei und niederschwellig.

Die durch den Mobilen Sonderpädagogischen Dienst (MSD) begleitete Einzelintegration an Regelschulen wurde in den vergangenen Jahren über die Betreuung von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf geistige Entwicklung in privaten Schulen reform-pädagogischer Prägung (
Montessori-Schule und Jenaplan-Schule) hinaus auch in Regelschulen weiter ausgebaut und vertieft.

Seit 2003 hat die Jakob-Muth-Schule Außenklassen (neue Bezeichnung: Partnerklassen) an allgemeinen Schulen. Gesetzliche Grundlage dafür ist
Art. 30a Abs. 7.2 des BayEUG. Derzeit werden vier Partnerklassen an der Grundschule Wahlerschule sowie zwei Partnerklassen an der Geschwister-Scholl-Realschule unterrichtet. Es liegen inzwischen breite, insgesamt positive Erfahrungen vor, die auch im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitung durch Prof. Jutta Schöler (TU Berlin) von 2004 bis 2009 dokumentiert sind. Inzwischen lernen alle Kinder unserer Grundschulstufe in inklusiven Settings.

Die beteiligten Schulen haben sich als integrativer Schulverbund
„Partnerschulen Inklusion Nürnberg (PIN)“ zusammengeschlossen.  An allen Standorten bietet die Jakob-Muth-Tagesstätte ein heilpädagogisch-therapeutisches Nachmittagsangebot in enger Kooperation mit den Schulen sowie Horten/Mittagsbetreuung vor Ort.

Seit dem Schuljahr 2013/14 wird ein kompletter Zug der Grundschulstufe (4 Klassen) der JMS als Partnerklassen an der
Wahlerschule unterrichtet. Nicht zuletzt aufgrund der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der JMS besteht große Bereitschaft des Wahler-Teams und der Schulleitung, die eigene Grundschule im Hinblick auf gemeinsames Lernen in heterogenen Gruppen fortzuentwickeln. Die Wahlerschule ist vom Kultusministerium seit 2011 als „Profilschule Inklusion“ benannt. Neben der Förderung von mehr als 20 Schülern mit unterschiedlichen Förderbedarfen in Einzelintegration wird in den Partnerklassen umfänglicher gemeinsamer Unterricht von Schülern ohne und mit Behinderung gestaltet, teilweise unter schwierigen Rahmenbedingungen (Klassengrößen bis zu 10 Förderschul- und 25 Grundschulkinder, beengtes räumliches Angebot).
 (Flyer der Jakob-Muth-Schule/Wahlerschule zum Download)

Die Öffnung unseres Stammhauses in der Waldaustraße für Partnerklassen der
Henry-Dunant-Grundschule seit dem Schuljahr 2010/11 ergänzt dieses differenzierte Angebot auf einer neuen Stufe der Integration. Mit einem hohen Anteil gemeinsamen Unterrichts über die gesamte Grundschulzeit haben wir uns dem eingangs beschriebenen und in der UN-Konvention Art. 24 geforderten Ziel einer "Schule für Alle" ("inclusive education") weiter angenähert. Das Modell der IKON-Klassen (intensiv-kooperierende Klassen Nürnberg) einschließlich des integrativen Nachmittagsangebots von Heilpädagogischer Jakob-Muth-Tagesstätte und Integrativem Jakob-Muth-Hort findet inzwischen manche Nachahmer, nicht nur in Bayern. Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts durch die Universitäten Nürnberg-Erlangen und Würzburg zeigt erfreuliche Ergebnisse. Nähere Informationen zu den IKON-Klassen gibt es zum Download in unserem Infoflyer mit Infoblatt.

Noch freie Plätze im inklusiven IKON-Projekt in der Jakob-Muth-Schule

Eine Fortführung des Partnerklassenmodells in der Sekundarstufe gelingt sehr erfolgreich seit 2007 an der
Geschwister-Scholl-Realschule. Zwei Partnerklassen der JMS (5. und 6. Jahrgangsstufe) kooperieren intensiv mit zwei Ganztagsklassen der Realschule, die seit 2012 ebenfalls „Profilschule Inklusion“ ist.

Eine weitere Stärkung des gemeinsamen Lernens im Bereich der Sekundarstufe ist gewünscht und beabsichtigt. Klassenpartnerschaften und gemeinsame Projekte mit Regelschulklassen sollen auch den Schülern in der Sekundarstufe eine Fortführung der Kooperationserfahrungen aus der Grundschulzeit ermöglichen.

Die
Berufsschulstufe der Jakob-Muth-Schule wurde schon vor mehr als zehn Jahren aus dem „Schonraum Stammhaus“ in ein Umfeld verlegt, in dem es weitere Einrichtungen beruflicher Bildung, Werkstätten für behinderte Menschen und ein möglichst „normales“ städtisches Umfeld gibt. In den letzten drei Schuljahren (10. bis 12. Schulbesuchsjahr) bereiten sich die Jugendlichen in fachpraktischem und lebenspraktischem Unterricht, Kursen, Projekten und Praktika auf ein möglichst selbstbestimmtes Leben in Teilhabe vor. Eine zentrale Rolle spielt dabei die nachschulische Eingliederung in ein geeignetes Arbeitsverhältnis auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder in besonderen Einrichtungen.

Die Öffnung der Jakob-Muth-Schule aus dem „Schonraum Förderschule“ heraus in eine zunehmend inklusive Gesellschaft steht noch am Anfang. Unseren kooperativen Weg im Rahmen der
„Partnerschulen Inklusion Nürnberg“  sehen wir dabei als besondere Chance, in der engen Zusammenarbeit mit Regelschulen „normale“ Lernumgebungen für Schüler mit Förderbedarf zu ermöglichen, Regelschulen in ihrem Schulentwicklungsprozess hin zu „inklusiven Schulen“ zu begleiten (vgl. BayEUG Art. 30a (3) bzw. Art. 30b (1)) und gleichzeitig eine qualitative sonderpädagogische Förderung der Schüler mit Förderbedarf sicherzustellen. Manche Rahmenbedingungen müssen allerdings noch deutlich verbessert werden. Trotzdem erleben wir diesen spannenden Prozess als bereichernd und ermutigend, ganz im Sinne unseres Schulmottos „Mut(h) tut gut!“.

Um unsere Bemühungen um eine inklusive Schulentwicklung auch nach außen deutlich zu machen, haben Kollegium, Elternbeirat und Träger beschlossen, sich beim Kulturministerium um die Verleihung des "Schulprofils Inklusion" zu bewerben.

Hier finden Sie unser ausführliches "Inklusionskonzept" zum Download.

Haben Sie Fragen an die Jakob-Muth-Schule?

Jakob-Muth-Schule
Waldaustraße 21
90441 Nürnberg

Tel.: 0911 / 587 93 - 911
Fax: 0911 / 587 93 - 945
E-Mail: Jakob-Muth-Schule@Lhnbg.de

Schulleiter
Ullrich Reuter
Tel.: 0911 / 587 93 – 913
E-Mail: ReuterU@Lhnbg.de


stv. Schulleiterin

Doris Mainka
Tel.: 0911 / 587 93 – 922
E-Mail: MainkaD@Lhnbg.de



Termine der Jakob-Muth-Schule


12. Mai 2016 - inklusives Bambini-Fußballturnier


Öffnungszeiten an den Schulstandorten

Waldaustraße
7.45 – 16.00 Uhr, Hort bis 16.00 o. 17.00 Uhr
Unterrichtsbeginn: 8.00 Uhr

Wahlerschule
7.45 – 16.00 Uhr
Unterrichtsbeginn: 8.00 Uhr

Realschule Muggenhofer Str.
7.45 – 16.20 Uhr (Montag – Donnerstag)
7.45 – 13.45 Uhr (Freitag)
Unterrichtsbeginn: 8:00 Uhr

Berufsschulstufe Fürther Straße
7.40 – 16.15 Uhr (Montag - Donnerstag)
7.40 - 13.40 Uhr (Freitag)
Unterrichtsbeginn: 7.55 Uhr