Eröffnung des Servicezentrums am 15. Juli 2011



NÜRNBERG – „Man kann nicht nur von Inklusion reden, man muss sie auch machen.“ Horst Schmidbauer, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger Lebenshilfe, sieht in der Einrichtung des neuen Servicezentrums der Lebenshilfe in der Fahrradstraße ein wichtiges Angebot dafür, dass Menschen mit Behinderung einen Platz mitten in der Gesellschaft finden.

Inklusion bedeute nämlich, erklärte Schmidbauer anlässlich der offziellen Eröffnung, dass Menschen mit Behinderung dort wohnen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen, wo das auch Menschen ohne Behinderung tun. Dazu solle das Servicezentrum einen umfassenden Beitrag leisten. „Hier ist Fachkompetenz gebündelt“, sagte Schmidbauer. In der vierten Etage der Fahrradstraße 54 hat die Behindertenhilfeorganisation fünf verschiedene Dienste in einem Beratungszentrum zusammengefasst. „Ziel ist eine umfassende Vernetzung, um den Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen weiterzuhelfen“, sagte Horst Schmidbauer.

Wohnen, Arbeiten, Freizeit, rechtliche, soziale wie persönliche Begleitung und Beratung. Menschen mit Behinderung haben die selben Bedürfnisse wie ihre Zeitgenossen ohne Behinderung.  Zugleich werden sie laut Horst Schmidbauer „immer souveräner in der Gestaltung des eigenen Lebens“. Dem wolle die Lebenshilfe Rechnung tragen und ihre Leistungen immer besser anbieten und vermitteln. „Wir müssen uns um die Menschen bemühen“, sagte Schmidbauer. „Beratung und Hilfe aus einer Hand bei kurzen Wegen“, laute das Motto. Dafür habe man nun eine gesamte Etage freigemacht und bereits bestehende Strukturen zusammengeführt.  Lebenshilfe-Geschäftsführer André Deraed hob hervor, ein solches Angebot habe in Nürnberg gefehlt. „Es bringt einen sehr hohen Nutzen  für die Bürgerinnen und Bürger mit Behinderung in Nürnberg“, war Deraed überzeugt.

Die Offene Behindertenarbeit, das Ambulant Begleitete Wohnen, das Wohntraining, die Werkstatt für Behinderte und der Betreuungsverein arbeiten nun Tür an Tür. „Oft erkennt man die gesamte Problemlage erst im Gespräch“, erklärte Schmidbauer. Dann gehe man jetzt einfach ein Zimmer weiter und könne die Beratung beim dortigen Fachmann fortsetzen. Norbert Roth, Behindertenbeauftragter der Stadt Nürnberg, lobte diese neue Qualität außerordentlich. Seinen eigenen Erfahrungen zufolge, so Roth, sei es oft sehr schwierig, „zu den vielen verschiedenen Problemen eines Menschen mit Behinderung umfassend Auskunft zu erhalten“. Roth nannte das Servicezentrum der Lebenshilfe „äußerst sinnvoll“ und wünschte seinen Mitarbeitern viel Erfolg.

Zur offiziellen Eröffnung waren neben den Nürnberger Stadtratsmitgliedern Renate Blumenstetter (SPD) und Andrea Loos (CSU) auch die Landtagsabgeordnete Angelika Weikert (SPD) und zahlreiche Akteure der Behindertenhilfe in Nürnberg in die Fahrradstraße gekommen. Noch mehr Infos unter www.lebenshilfe-nuernberg.de





 

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